
Sehnen und Sehnenansätze reagieren auf Überlastung nach einem ähnlichen Muster: Der Umbau des Gewebes hält der Belastung nicht mehr stand, es entstehen Schmerzen bei Beginn und nach Ende der Belastung. Das gilt für die Achillessehne ebenso wie für die Plantarfaszie an der Fußsohle. Deshalb stehen diese Krankheitsbilder hier gemeinsam – auch die Behandlung folgt denselben Prinzipien.
Achillessehne: Tendinopathie und Ruptur
Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne des Körpers und zugleich häufig betroffen. Degenerative Veränderungen im Sehnenverlauf verursachen Schmerzen und eine spindelförmige Verdickung; die akute Ruptur äußert sich mit plötzlichem Schmerz, hörbarem Knall und Kraftverlust beim Abstoßen.
Behandlungsweg: Bei Tendinopathie exzentrisches Training, Stoßwellentherapie und Schuhanpassung, ergänzend ACP. Bei der frischen Ruptur entscheiden Ultraschallbefund, Adaptation der Sehnenenden und Anspruch über konservativ-funktionelle oder operative Behandlung.
Fersenschmerz: Ansatzbeschwerden an Achillessehne und Plantarfaszie
Fersenschmerzen entstehen entweder am Ansatz der Achillessehne – häufig gemeinsam mit einem knöchernen Vorsprung im Sinne einer Haglund-Deformität – oder unter der Ferse am Ansatz der Plantarfaszie. Beide Formen sind Ansatzbeschwerden desselben Typs und verlaufen oft über Monate. Die Unterscheidung erfolgt klinisch und bildgebend.
Behandlungsweg: Strukturiertes Dehnungsprogramm, Einlagen, Nachtlagerungsschiene und Stoßwellentherapie – hier ist Geduld entscheidend. Erst nach Ausschöpfung dieser Maßnahmen operative Optionen wie Abtragung des knöchernen Vorsprungs mit Sanierung des Sehnenansatzes.
Peronealsehnen: Entzündung, Riss und Instabilität
Die Peronealsehnen verlaufen hinter dem Außenknöchel und stabilisieren den Fuß gegen das Umknicken. Sie können sich entzünden, längs einreißen oder ihre Führung im Sehnenfach verlieren – dann schnappen sie schmerzhaft über den Knöchel. Beschwerden treten häufig nach Umknickverletzungen oder bei Rückfußfehlstellung auf.
Behandlungsweg: Entlastung, Orthese und Physiotherapie. Operativ Sehnennaht, Rekonstruktion oder Wiederherstellung der Sehnenführung, bei Bedarf kombiniert mit Korrektur der Rückfußstellung.
Tibialis-posterior-Sehne
Die Tibialis-posterior-Sehne hält das Längsgewölbe. Ihre zunehmende Schwäche zeigt sich mit Schmerzen und Schwellung an der Innenseite des Sprunggelenks und ist die häufigste Ursache des erworbenen Knick-Senk-Fußes. Frühzeichen ist die Unfähigkeit, auf einem Bein in den Zehenstand zu gehen.
Behandlungsweg: Einlagen mit Rückfußfassung, gezielte Kräftigung, kurzfristig Orthese. Operativ Sehnenrekonstruktion und Transfer, in der Regel kombiniert mit knöcherner Korrektur des Rückfußes.
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