Stuhlinkontinenz
Eine Stuhlinkontinenz kann unterschiedliche anatomische, neurologische oder funktionelle Ursachen haben. Voraussetzung für eine gezielte Behandlung ist daher eine differenzierte Diagnostik.
Abhängig von Ursache und Ausprägung stehen konservative und operative Therapieverfahren zur Verfügung. Ziel ist eine möglichst weitgehende Verbesserung bzw. Wiederherstellung der Kontinenz und damit der Lebensqualität.
Sakralnervenstimulation (SNS)
Bei ausgewählten Patientinnen und Patienten mit Stuhlinkontinenz kann die Sakralnervenstimulation (SNS) eine wirksame Behandlungsoption darstellen. Dabei werden durch elektrische Impulse gezielt Sakralnerven stimuliert, die an der Steuerung von Enddarm und Kontinenzfunktion beteiligt sind.
Ein wesentlicher Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass die Wirksamkeit zunächst im Rahmen einer Testphase überprüft werden kann. Erst bei einer relevanten Verbesserung der Beschwerden erfolgt die dauerhafte Implantation des Impulsgebers.
Beckenboden & Entleerungsstörungen
Störungen des Beckenbodens können zu einer erschwerten oder unvollständigen Darmentleerung, Druckgefühl und Schmerzen führen. Den Beschwerden können funktionelle Störungen ebenso wie anatomische Veränderungen, beispielsweise eine Rektozele, eine Intussuszeption oder ein innerer Rektumprolaps, zugrunde liegen.
Nach differenzierter Diagnostik erfolgt die Therapie abhängig von der zugrunde liegenden Funktionsstörung und dem anatomischen Befund. Neben konservativen Maßnahmen stehen bei entsprechender Indikation unterschiedliche operative Verfahren zur Verfügung. Hierzu können bei geeigneten Befunden auch transanale Resektionsverfahren wie STARR oder Transtar gehören.
Rektumprolaps
Bei einem Rektumprolaps kommt es zu einem Vorfall des Enddarms. Dabei müssen unterschiedliche Formen und Ausprägungen voneinander unterschieden werden. Die operative Behandlung wird individuell an den anatomischen Befund, die bestehende Funktionsstörung sowie die persönlichen Voraussetzungen der Patientin oder des Patienten angepasst.
Hierfür stehen sowohl transanale bzw. perineale als auch minimalinvasive transabdominelle Operationsverfahren zur Verfügung. Je nach Indikation kommen beispielsweise die perineale Rektosigmoidektomie nach Altemeier oder minimalinvasive abdominale Rektopexieverfahren in Betracht.
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